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Andi Schmidbauer schreibt für Sie:

Die Frage des Tages

Seit meinen Anfängen mit der GFK ist es mir im Laufe der Zeit immer besser gelungen, mich selbst zu verstehen:
Mit meinen eigenen Gefühlen und Bedürfnissen in Kontakt zu sein.

Eine einfache Übung, die mir Ingrid Holler vor über 10 Jahren einmal vorstellte, hat dazu entscheidend beigetragen.

Und diese Übung möchte ich heute an Sie weitergeben. Sie können diese Übung jederzeit machen.

Besonders hilfreich ist sie für mich in Situationen, in denen ich beginne, mich unwohl zu fühlen, mich aufzuregen oder »irgendwie mies drauf zu kommen«.

Die Übung besteht aus zwei einfachen Fragen.

Die erste Frage lautet: »Wie denkst du gerade?«.

Wenn ich mir diese Frage in den o.g. Situationen stelle, erwische ich mich nicht selten dabei, dass sich meine Gedanken darum drehen, wie andere Menschen oder Situationen »sind«: Gut, schlecht, angemessen, unangemessen, richtig, falsch, etc.

Ich höre mir einfach eine Weile zu, möglichst ohne meine Gedanken oder mich in irgendeiner Weise zu bewerten.
Meine Gedanken sind ein Ausdruck von dem, wo ich mich gerade mit meiner Aufmerksamkeit befinde.

Nach etwa 20-30 Sekunden stelle ich mir die zweite Frage: »Willst du so denken - oder vielleicht doch lieber anders?«

Für mich meist eine rhetorische Frage, denn: Mit dieser Frage richtet sich meine Aufmerksamkeit automatisch auf Gefühle und Bedürfnisse.
Das ist die Ebene, auf der ich möchte, dass sich meine Gedanken bewegen.

Und so beginne ich meine Gedanken, Urteile, Analysen, Diagnosen, denen ich gerade aufmerksam zugehört habe, als Ressource zu nutzen. Ich erkunde die dahinterliegenden Bedürfnisse. Schnell wird mir dann auch klar, welche Gefühle damit verbunden sind.

Diese Klarheit trägt bei mir oft zu einer deutlichen Stimmungsaufhellung bei. Erste Handlungsideen zeigen sich und ich kann wieder gelassener mit dem umgehen, was mich zuvor vielleicht belastet hat.

Vielleicht mögen Sie es heute oder in den nächsten Tagen einmal ausprobieren?

Stellen Sie sich zu verschieden Zeitpunkten einmal die beiden Fragen:

1. »Wie denke ich eigentlich gerade?«

Hören Sie sich aufmerksam zu, nehmen Sie Ihre Gedanken zur Kenntnis - ohne sie oder sich zu bewerten.

Nach etwa 20 – 30 Sekunden, fragen Sie sich:

2. »Will ich so denken – oder vielleicht doch lieber anders?«

Nutzen Sie Ihre Gedanken von gerade eben als Ressource und schauen Sie nach Ihren Bedürfnissen, die dahinter verborgen sind. Geben Sie auch den damit verbunden Gefühlen etwas Raum.

3. Im Anschluss können Sie überlegen, wie Sie weiter handeln wollen:
Zu Ihren Gedanken aus Schritt 1 zurückkehren und sie »pflegen«. Oder etwas anderes tun, was Ihre Bedürfnisse mehr nährt.

Sie haben die freie Wahl.

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Ausprobieren!

 

Andi Schmidbauer ist ebenfalls Autor von Beiträgen zu GFK und zu Mediation in Fachbü­chern und Fachzeitschriften, zuletzt: Konflikte lösen in Teams und großen Gruppen - manager Seminare Verlags GmbH


»(Nicht mehr) recht haben müs­sen – Erforschen der Gefühle und Bedürfnisse aus Sicht der GFK«, Beitrag in: Konflikte lösen in Teams und großen Gruppen S. 178-184 (managerSeminare Verlags GmbH, 2012).

 
 
 
 

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